Ehrungen standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung 2017

 


So gut wie schon lange nicht mehr war der Besuch der Jahreshauptversammlung (JHV) des SPD-Ortsvereins. „Wir
hatten offen zur JHV eingeladen und ich bin froh, dass sich dieser Versuch so gelohnt hat“, freute sich
Neckarsteinachs SPD-Vorsitzende Sabine Wegehingel. Sogar einige Nicht-Mitglieder fanden den Weg ins
Sportheim. Ihr besonderer Gruß galt Bürgermeister Herold Pfeifer, 1. Stadtrat Wolfgang Sponer und
selbstverständlich Christine Lambrecht.Groß war das Interesse am Bericht der Ersten Parlamentarischen
Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und Unterbezirksvorsitzenden, lebhaft und engagiert die
Diskussion nach ihrer Rede.


Zu Beginn machte Lambrecht klar, wer die treibende Kraft in der Großen Koalition ist. „Wir haben sehr viele
Themen, die uns als Sozialdemokraten wichtig sind, in langen und zähen Verhandlungen im Koalitionsvertrag
durchsetzen können. Und Punkt für Punkt haben wir sie dann abgearbeitet – teilweise auch gegen den erbitterten
Widerstand der Union“, sagte Lambrecht. Beispielhaft nannte Lambrecht die Erhöhung des Mindestlohns, die
Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren und das Lohngerechtigkeitsgesetz zur Beseitigung der Lohnlücke zwischen
Frauen und Männern.Ein wichtiges Ziel für die SPD war es, so Lambrecht, dass die Kommunen in dieser
Legislaturperiode erheblich entlastet wurden. „Nur finanziell handlungsfähige Kommunen können eine gute soziale
Infrastruktur wie Schulen, Kitas oder Schwimmbäder bereitstellen. Deshalb haben wir die Städte und Gemeinden in
Milliardenhöhe entlastet. Bei den Sozialabgaben waren es jeweils 1 Milliarde in den Jahren 2015 und 2016, dann
2,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 und 5 Milliarden ab 2018“, erläuterte Lambrecht und fügte hinzu: „Der Bund hat
das Geld bereits gestellt. Es ist nun die Aufgabe der Länder, das Geld schnell weiterzugeben. Das könnte gerade
in Hessen deutlich besser laufen“, sagte Lambrecht.
Mit Blick auf den anstehenden Wahlkampf verwies Lambrecht darauf, dass die SPD klare Forderungen habe. „Im
Bundestagswahlkampf geht es um viel. Das Thema soziale Gerechtigkeit steht für uns ganz eindeutig im
Mittelpunkt, denn Gerechtigkeit ist die zentrale Voraussetzung für Zusammenhalt und Wohlstand. Wir haben sehr
klare Vorstellungen: Bildung ist die wichtigste Investition in unsere Zukunft und muss von der Kita bis zum Studium
oder Meisterabschluss kostenlos sein. Ebenso muss die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen verboten
werden. Gerade junge Menschen, die eine Familie gründen wollen, brauchen Planungssicherheit. In der
Krankenversicherung fordern wir die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung und die Einführung einer
Bürgerversicherung“, so Lambrecht weiter. Sie machte aber auch klar, dass zum Thema soziale Gerechtigkeit auch
ein gerechtes Steuersystem gehört, das kleinere und mittlere Einkommen entlastet.
In der folgenden lebendigen Diskussion gab es auch viele kritische Anfragen, die von Christine Lambrecht geduldig
angehört und sachlich ausführlich beantwortet wurden. Die Themen waren vielfältig: von der Vermögenssteuer
über die Erbschaftssteuer, Rente, Flüchtlinge, Martin Schulz, Bundestagswahl, Europa und so fort wurde das weite
Spektrum aktueller Politik berührt.

Sabine Wegehingel bedankte sich bei Lambrecht für die engagierte Rede und versicherte, dass die SPD
Neckarsteinach hochmotiviert sei. „Wir freuen uns auf den Wahlkampf und die politische Auseinandersetzung.“
Mit Blick auf das vergangene Jahr galt das Gedenken dem verstorbenen Mitglied Hannelore Hör.
Dann folgten die Ehrungen langjähriger Mitglieder, was in diesem Jahr zu einer äußerst lebhaften Aktion wurde,
denn die zu Ehrenden berichteten, wie sie zur SPD kamen.
MdB Christine Lambrecht überreichte Urkunden mit dankenden Worten für 40 Jahre an Karin Schindelbeck,
ebenfalls für 40 Jahre an Margot Hofherr und Walter Mühlhausen, der aus Nordhessen stammt, dort zur SPD fand,
nun in Neckarsteinach wohnt und sich im Ortsverein sehr wohlfühlt.
Für 25 Jahre wurde Bürgermeister Herold Pfeifer geehrt.
Sie alle haben, so Lambrecht, an vielen Stellen für die Entwicklung der SPD gearbeitet und sich mit der
Übernahme von Mandaten in der Kommunalpolitik Respekt und Anerkennung verschafft.
Und was es auch noch nie gab: aufgrund der großen Diskussionslust musste die Fortführung der JHV vertagt
werden, weil nicht alle Punkte der Tagesordnung behandelt werden konnten.

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